Rendite einfach erklärt – wie viel dein Geld wirklich verdient

Stell dir vor, du legst 1.000€ in Aktien an. Ein Jahr später hast du 1.050€.
Du hast 50€ Gewinn gemacht, aber ist das viel oder wenig?
Genau das beantwortet die Rendite:
Sie setzt deinen Gewinn ins Verhältnis zu deinem eingesetzten Kapital und macht damit verschiedene Anlagen vergleichbar.

In diesem Fall: 50€ Gewinn auf 1.000€ Einsatz = 5% Rendite.
Ob das gut ist, hängt davon ab, womit du vergleichst und das ist genau der Punkt.

Warum ist die Rendite wichtiger als der absolute Gewinn?

Ein Beispiel: Zwei Menschen investieren Geld und das Ergebnis überrascht.

Einsatz                     1.000€

Nach 1 Jahr              1.100€

Gewinn                       100€

Rendite                           10%

Einsatz                     10.000€

Nach 1 Jahr             10.500€

Gewinn                        500€

Rendite                               5%

Person B hat den höheren absoluten Gewinn – 500€ statt 100€.
Aber Person A hat ihr Geld effizienter eingesetzt: Mit weniger Kapital eine höhere Rendite erzielt.
Deshalb vergleicht man Geldanlagen immer über die Rendite, nicht über den reinen Gewinn in Euro.

Wenn du es genau berechnen willst

So wird die Rendite berechnet:

Rendite (%) = (Gewinn ÷ eingesetztes Kapital) × 100

Beispiel: 100€ Gewinn ÷ 1.000€ Einsatz × 100 = 10% 

Rendite und Inflation – warum beides wichtig ist

Wenn deine Anlage in einem Jahr um 5% wächst, klingt das zunächst gut.
Aber was passiert, wenn die Inflation gleichzeitig 4% beträgt?
Dann ist dein Geld zwar mehr geworden, du kannst dir davon aber nur etwa 1 % mehr kaufen als vorher.
Ein großer Teil des Gewinns wird also durch steigende Preise wieder ausgeglichen.

Deshalb reicht es nicht, nur auf die Rendite zu schauen.
Entscheidend ist auch, wie stark die Preise im gleichen Zeitraum steigen.

Eine Anlage kann im Wert wachsen und trotzdem an Kaufkraft verlieren, wenn die Inflation höher ist als der erzielte Ertrag.

Mehr dazu findest du auf der Seite Inflation einfach erklärt.

Mehr Rendite = mehr Risiko, warum das so ist?

Das ist eine der grundlegenden Regeln beim Investieren: Risiko und Rendite hängen zusammen.
Wer höhere Renditen anstrebt, muss in der Regel auch mehr Schwankungen und mögliche Verluste in Kauf nehmen.

Ein Sparbuch mit 2% Zinsen schwank normalerweise nicht im Wert, aber die Rendite ist gering.
Ein breit gestreuter ETF hat in der Vergangenheit langfristig oft höhere Renditen erzielt,
aber zwischenzeitlich auch starke Kursschwankungen erlebt.
Wer das weiß, kann besser entscheiden welches Risiko zu seiner Situation passt.

Mehr dazu: Kursschwankungen einfach erklärt und warum die Anlagedauer so wichtig ist.

Unterschied: Rendite vs. Zinsen

Zinsen:

Rendite:

Die wichtigsten Fragen einfach erklärt

Was ist eine gute Rendite?

Das hängt immer vom Vergleich ab. Als grobe Orientierung: Eine Rendite über der aktuellen Inflationsrate bedeutet realen Wertzuwachs. Ob 4%, 7% oder mehr „gut“ ist, hängt von der Anlage, dem Risiko und dem Zeitraum ab.

Wird Rendite versteuert?

Ja. In Deutschland und Österreich gilt auf Kapitalerträge die Abgeltungssteuer bzw. die Kapitalertragssteuer. 
Mehr dazu auf der Seite zu Steuern beim Investieren.

Was ist der Unterschied zwischen Rendite und Kursgewinn?

Kursgewinn ist der Teil der Rendite der durch steigende Kurse entsteht.
Dazu können noch Dividenden kommen. Das ergibt zusammen die Gesamtrendite (auch „Total Return“ genannt).

Kann Rendite auch negativ sein?

Ja. Wenn der Wert einer Anlage fällt, ist die Rendite negativ – du hast einen Verlust gemacht.
Das ist bei Aktien und ETFs kurzfristig normal und gehört zum Investieren dazu.
Wer langfristig investiert und breit streut, hatte in der Vergangenheit öfter die Chance, solche Phasen auszusitzen.

Wie geht es weiter?

Du verstehst jetzt, was Rendite bedeutet, wie sie berechnet wird und warum sie wichtiger ist als der reine Gewinn in Euro.
Der nächste logische Schritt: verstehen, welche Risiken mit Rendite zusammenhängen und wie du sie durch
Streuung und Zeit reduzieren kannst.

Wichtig zu wissen:

Diese Seite soll helfen, Finanzthemen besser zu verstehen.
Sie ersetzt keine persönliche Anlageberatung und gibt
keine individuellen Empfehlungen 
für bestimmte Produkte, Wertpapiere oder Broker.

Stattdessen sollen dir alle Inhalte helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen,
damit du deine eigenen, informierten Entscheidungen treffen kannst.

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