TER - Was kostet mich ein ETF wirklich?

TER steht für „Total Expense Ratio“ – Die Gesamtkostenquote.
Die TER zeigt dir, wie viel Prozent deines Geldes jedes Jahr für die Verwaltung eines ETFs anfallen.
Diese Kosten werden automatisch abgezogen – sie sind im Kurswert bereits berücksichtigt.

Was gilt als günstig und was als teuer?

TER-BereichEinordnungTypisches Beispiel
unter 0,10 %Sehr günstigGroße MSCI World / S&P 500 ETFs
0,10 % – 0,25 %GünstigBreite Index-ETFs Standard
0,25 % – 0,50 %NormalThemen- oder Sektor-ETFs
über 0,50 %HöherSpezial-ETFs, Schwellenländer
1,50 % – 2,50 %Aktive FondsKlassisch verwaltete Investmentfonds

Hinweis: Richtwerte zur Orientierung – tatsächliche TERs variieren und sollten immer im Factsheet
des jeweiligen Produkts geprüft werden.

Was 0,2 % TER konkret bedeutet

Investierter Betrag                                                          10.000€

TER                                                                                   0,20% pro Jahr

Kosten pro Jahr                                                              20€

Kosten über 20 Jahre                                                    ca. 400€                    (vereinfacht, ohne Zinseszins-Effekt)

Du siehst die 20€ nicht direkt, sie werden aus dem Fondsvermögen entnommen
und reduzieren den Kurswert minimal. Auf kurze Sicht kaum spürbar,
über viele Jahre summiert sich das.

ETF vs. aktiver Fonds - Kostenvergleich

ETF (passiv):

Aktiver Fonds:

Was der Ausgabeaufschlag konkret bedeutet: 

Wer 10.000 € in einen aktiven Fonds mit 5% Ausgabeaufschlag investiert, hat nach dem Kauf sofort nur noch 9.500€ investiert.
500€ sind als Gebühr abgegangen, bevor das erste Jahr begonnen hat.

Ob aktiv gemanagte Fonds trotz höherer Kosten langfristig besser abschneiden als passive Indexfonds, ist ein viel diskutiertes Thema in der Finanzwelt. Zahlreiche Studien zeigen unterschiedliche Ergebnisse – je nach Zeitraum, Markt und Fonds.

Mit dem Rechner siehst du, wie sich laufende ETF-Kosten über viele Jahre auf dein Vermögen auswirken können.

TER-Rechner

TER-Rechner

So wirken sich laufende ETF-Kosten über die Jahre aus.

Hinweis: Die Berechnung ist vereinfacht.
Kosten, Steuern und Kursschwankungen können das Ergebnis beeinflussen.

Welche Kosten sind in der TER enthalten?

In der TER enthalten

Nicht in der TER enthalten

TER oder OCF - was ist der Unterschied?

Manche ETFs geben statt der TER eine OCF (Ongoing Charges Figure) an.
Sie ist in der Praxis das europäische Gegenstück zur TER.
Inhaltlich sind beide sehr ähnlich und meinen dasselbe:
die laufenden jährlichen Kosten des Fonds. 

Für Einsteiger gilt: TER und OCF können als gleichwertig betrachtet werden.
Wenn du beide Begriffe siehst, vergleichst du dasselbe Kostenkonzept.

Was ist ein Spread und warum ist er relevant?

Der Spread (Preisspanne) ist der Unterschied zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis
eines Wertpapiers.

Spreads entstehen, weil Käufer und Verkäufer unterschiedliche Preise wollen.
Er gleicht Angebot und Nachfrage am Markt aus.

Wann ist der Spread niedriger?

Der Spread fällt häufig kleiner aus, wenn:

Wann ist der Spread höher?

Der Spread kann größer ausfallen, wenn:

Die wichtigsten Fragen einfach erklärt

Wird die TER täglich oder jährlich abgezogen?
+
Beides ist richtig: Sie wird täglich anteilig berechnet (1/365 der jährlichen TER), aber du wirst das nie direkt als Buchung sehen.
Sie ist im täglichen Kurswert des ETFs bereits eingepreist.
Ich sehe auf meiner Abrechnung keine TER - ist das normal?
+
Ja, das ist normal.
Die TER erscheint nicht als separate Position – sie reduziert unmerklich den täglichen Wert des ETFs.
Wenn du deinen Broker nach einer Kostenaufstellung fragst, sollten die Kosten aber ausgewiesen werden.
Zählt die TER zur Rendite oder ist sie extra?
+
Die Rendite die du siehst, ist bereits nach Abzug der TER.
Wenn ein ETF 7% Wachstum und eine TER von 0,2% hatte, ist dein Gewinn die ca. 6,8%.
Die Kosten sind also bereits herausgerechnet.
Lohnt es sich immer, den günstigsten ETF zu wählen?
+
Nicht unbedingt.
Niedrige Kosten sind zwar wichtig, aber nicht das einzige Kriterium.
Auch Faktoren wie die Größe des ETFs, die Nachbildung des Index und die langfristige Entwicklung können eine Rolle spielen.
Deshalb lohnt es sich, beim Vergleich nicht nur auf die Kosten zu schauen.

Kurz zusammengefasst

Die TER ist die wichtigste Kennzahl für die laufenden Kosten eines ETFs – klein im Prozentsatz, aber relevant über viele Jahre.
Beim Vergleich von ETFs ist sie ein guter Ausgangspunkt, aber nicht der einzige Faktor.
Zusätzlich fallen Ordergebühren und Spreads an, die je nach Broker unterschiedlich sind.

Wichtig zu wissen:

Diese Seite soll helfen, Finanzthemen besser zu verstehen.
Sie ersetzt keine persönliche Anlageberatung und gibt
keine individuellen Empfehlungen 
für bestimmte Produkte, Wertpapiere oder Broker.

Stattdessen sollen dir alle Inhalte helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen,
damit du deine eigenen, informierten Entscheidungen treffen kannst.

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