Was sind Dividenden?
Wenn ein Unternehmen Gewinn macht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, was damit passiert.
Es kann das Geld reinvestieren – in neue Produkte, neue Mitarbeiter, Expansion.
Oder es gibt einen Teil des Gewinns direkt an die Miteigentümer weiter.
Wer Aktien eines Unternehmens besitzt, ist Miteigentümer. Zahlt das Unternehmen einen Teil seines Gewinns
an die Aktionäre aus, nennt man das Dividende. Sie ist sozusagen dein Anteil am Unternehmensgewinn.
Wichtig gleich vorweg: Dividenden sind nicht garantiert.
Jedes Unternehmen entscheidet selbst ob, wie oft und wie viel es ausschüttet und kann das jederzeit ändern oder streichen.
Wie das in der Praxis aussieht
Stell dir vor, du hältst 100 Aktien eines Unternehmens.
Das Unternehmen beschließt, eine Dividende von 1,50€ pro Aktie auszuschütten.
Deine Aktienanzahl 100 Stück
Dividende pro Aktie 1,50€
Deine Auszahlung (brutto) 150€
Davon Steuer (ca. 25% KESt/Abgeltungssteuer) ca. 37,50€
Netto auf deinem Konto ca. 112,50 €
Hinweis: Das ist ein vereinfachtes Beispiel. Die genaue Steuerberechnung hängt
von persönlichen Freibeträgen und individuellen Umständen ab.
Mehr dazu auf der Seite zu Steuern beim Investieren.
Warum zahlen Unternehmen überhaupt Dividenden?
Nicht jedes Unternehmen tut das und das ist auch kein Fehler. Junge, wachstumsstarke Unternehmen investieren ihre Gewinne oft lieber in die eigene Expansion, statt sie auszuschütten. Etablierte, stabile Unternehmen mit regelmäßigen Erträgen zahlen dagegen häufiger Dividenden als Signal an ihre Anteilseigner: „Es läuft gut.“
Die Ausschüttung dient dabei mehreren Zwecken: Miteigentümer direkt am Erfolg zu beteiligen, das Vertrauen von Investoren zu stärken und die Aktie für Anleger attraktiver zu machen.
In den meisten Fällen wird die Dividende einmal jährlich ausgezahlt – manche Unternehmen zahlen aber auch quartalsweise oder monatlich. Das hängt vom Unternehmen und dem Land ab, in dem es ansässig ist.
Dividenden bei ETFs - was passiert mit den Ausschüttungen?
Da ein ETF in viele Unternehmen gleichzeitig investiert, landen auch die Dividenden dieser Unternehmen im ETF.
Was damit passiert, hängt von der Art des ETFs ab und das ist eine der wichtigsten Unterscheidungen beim ETF-Kauf:
Ausschüttend (DIST)
Thesaurierend (ACC)
Dividenden werden ausgezahlt Dividenden werden automatisch wieder angelegt
Geld landet auf deinem Konto Geld bleibt im ETF
Du entscheidest über die Verwendung Wiederanlage erfolgt automatisch
Oft für regelmäßige Auszahlungen interessant Oft für langfristigen Vermögensaufbau genutzt
Ausschüttend (DIST)
Dividenden werden ausgezahlt
Geld landet auf deinem Konto
Du entscheidest über die Verwendung
Oft für regelmäßige Auszahlungen interessant
Thesaurierend (ACC)
Dividenden werden automatisch wieder angelegt
Geld bleibt im ETF
Wiederanlage erfolgt automatisch
Oft für langfristigen Vermögensaufbau genutzt
Kurz gesagt: Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus, thesaurierende ETFs investieren sie automatisch wieder.
Beide Varianten können sinnvoll sein – sie funktionieren nur unterschiedlich.
Woher erkenne ich, ob ein ETF ausschüttet oder thesauriert?
Das verrät dir meistens der Name des ETFs direkt:
ACC (von „Accumulating“) → thesaurierend – Erträge werden wieder angelegt
DIST (von „Distributing“) → ausschüttend – Erträge werden ausgezahlt
Beispiel: „iShares Core MSCI World UCITS ETF ACC“ – das ACC am Ende zeigt:
dieser ETF legt Dividenden automatisch wieder an.
Diese Information findest du auch im Factsheet oder der Produktbeschreibung des ETFs
– bei jedem Broker einsehbar.
Die wichtigsten Fragen einfach erklärt
Hältst du einen thesaurierenden ETF, werden die Dividenden der enthaltenen Unternehmen automatisch reinvestiert.
Du siehst sie nicht direkt auf dem Konto, aber sie erhöhen den Wert deines ETFs.
Eine hohe Dividende bedeutet nicht automatisch, dass ein Unternehmen gut aufgestellt ist.
Manchmal ist der Aktienkurs stark gefallen, wodurch die Dividendenrendite höher aussieht.
Deshalb sollte man nie nur auf die Dividende achten.
Dafür braucht man jedoch meist ein großes Depot, das regelmäßig Dividenden ausschüttet.
Wie viel Geld dafür notwendig ist, lässt sich nicht pauschal sagen.
Das hängt unter anderem von den Ausschüttungen und den eigenen Ausgaben ab.
Für viele Anleger sind Dividenden daher eher eine zusätzliche Einnahmequelle als ein vollständiger Ersatz für das Arbeitseinkommen.
Wie geht es weiter?
Eine Dividende ist eine mögliche Einnahme aus Aktien oder ETFs.
Sie ist jedoch nur ein Teil des Gesamtbildes.
Wenn du weitere Zusammenhänge besser verstehen möchtest:
Wichtig zu wissen:
Diese Seite soll helfen, Finanzthemen besser zu verstehen.
Sie ersetzt keine persönliche Anlageberatung und gibt
keine individuellen Empfehlungen
für bestimmte Produkte, Wertpapiere oder Broker.
Stattdessen sollen dir alle Inhalte helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen,
damit du deine eigenen, informierten Entscheidungen treffen kannst.
