Welche Risiken gib es bei ETFs?
Stell dir vor…
Du investierst dein Geld in einen ETF.
Am Anfang wirkt alles ruhig.
Doch plötzlich fällt der Wert. Vielleicht sogar stark.
Du siehst dein Geld weniger werden und fragst dich:
Ist das normal? Oder habe ich etwas falsch gemacht?
Genau darum geht es hier:
Welche Risiken es gibt – und was dahinter steckt.
Risiko bedeutet einfach…
Dein Geld kann schwanken und sich nicht immer so entwickeln, wie du es erwartest.
Auch wenn ETFs als einfache und kostengünstige Geldanlage gelten, gilt trotzdem:
- Auch ein ETF ist nicht risikofrei.
Bildhafter Vergleich
Stell dir einen ETF wie eine Reise über das Meer vor.
- Manchmal ist das Wasser ruhig
- manchmal gibt es starke Wellen
- Die Wellen sind die Schwankungen
Du kannst nicht verhindern, dass Wellen kommen.
Aber du kannst entscheiden, ob du ruhig sitzen bleibst oder panisch abspringst.
Wie entsteht Risiko?
Es gibt mehrere Arten von Risiko:
1. Kursschwankungen (Marktrisiko)
1. Marktrisiko
Starke Schwankungen nennt man auch Volatilität.
- Was passiert:
- Ein ETF kann in kurzer Zeit deutlich an Wert verlieren
- In Krisen (z. B. 2008 oder 2020) sind Verluste von über 50% möglich
- Solche Phasen passieren immer wieder
- Aber:
- In der Vergangenheit haben sich breite Aktienmärkte oft wieder erholt
- Verluste werden erst dann real, wenn du verkaufst
- Viele Anleger berücksichtigen genau das: Kurzfristige Schwankungen gehören dazu.
2. Zeitliches Risiko
Das Problem:
Wenn man nach nur 2-3 Jahren verkaufen MUSS
(z.B. wegen einem Notfall), kann ein ETF gerade im Minus sein!
- Beispiel:
- 2019: Investiert 10.000€
- 2020: Corona-Crash → dein ETF ist nur noch ca. 7.000€ wert
- 2021: Erholung → ca. 11.000€ wert
- Jetzt kommt der entscheidende Punkt:
- Wer 2020 panisch verkauft hat, machte Verlust
- Wer bis 2021 wartete, machte Gewinn
- ETFs eignen sich in der Regel nicht für kurzfristige Ziele, da starke Schwankungen möglich sind.
3. Länder- und Branchenrisiko
Nicht alle Länder und Branchen entwickeln sich gleich.
Was kann passieren:
- Ein Land gerät in eine Krise (z.B. Immobilienkrise)
- Eine Branche bricht ein (z. B. Banken 2008 oder Tech 2022)
Beispiel:
- Nur deutsche Aktien (DAX): 1999-2009 kaum Gewinn
- Nur Tech-Aktien: 2000–2002 Crash von etwa 80 %
- Wenn du nur auf einen Bereich setzt, ist dein Risiko höher.
Diversifikation (Streuung)
- Ein Welt-ETF enthält zum Beispiel:
- ca. 1.500 Unternehmen
- aus 23 Ländern
- aus vielen Branchen
- Einzelne Krisen fallen dadurch weniger stark ins Gewicht.
Totalverlust bei einem Welt-ETF?
- Kann mein MSCI World ETF auf 0€ fallen?
- Damit das passiert, müsste gleichzeitig passieren:
- große Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Amazon gehen pleite
- ebenso Firmen aus anderen Ländern (z. B. Nestlé, Samsung, Toyota)
- und tausende weitere Unternehmen weltweit
Das würde bedeuten:
- Die gesamte Weltwirtschaft bricht zusammen
In so einem Fall wären auch andere Dinge betroffen (z. B. Jobs, Immobilien, Geldsystem)
Selbst nach großen Krisen (z.B. 1929 oder 2008) haben sich Märkte wieder erholt.
4. Das größte Risiko: Emotionen
Typische Fehler:
- Bei -20% in Panik verkaufen
- Nach starkem Anstieg "jetzt ist es zu teuer" denken
- Auf Social Media "heiße Tipps" hören
- Ständig zwischen ETFs hin- und herwechseln
Viele erfolgreiche Langfristanleger setzen auf:
- einmal kaufen und lange halten (Buy & Hold)
- nicht ständig Kurse checken
- Sparplan nutzen (automatisch investieren)
- Emotionale Entscheidungen führen oft zu den größten Verlusten.
Wie man Risiko senken kann
- breit streuen (z.B. Welt-ETFs)
- langfristig investieren
- regelmäßig sparen (feste Einzahlungen)
- Emotionen kontrollieren (nicht im Crash verkaufen)
- Notgroschen haben (nie gezwungen verkaufen müssen)
- Zeit ist einer der wichtigsten Sicherheitsfaktoren!
Warum ist das wichtig für mich?
Wenn du diese Risiken verstehst:
- bekommst du weniger Angst bei Schwankungen
- triffst bessere Entscheidungen
- vermeidest typische Anfängerfehler
- Vor allem: Du verkaufst nicht im falschen Moment.
Hinweis:
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Für finanzielle Entscheidungen bist du selbst verantwortlich.
