Was ist ein Index?
Stell dir vor, du willst wissen, ob es „der Börse“ gerade gut geht.
Schaust du dir dafür jede einzelne Aktie an – von Tausenden Unternehmen weltweit? Das wäre kaum möglich.
Genau dafür gibt es einen Index. Er fasst viele Aktien in einer einzigen Zahl zusammen und zeigt dir auf einen Blick, wie sich ein bestimmter Markt insgesamt entwickelt. Ein Index ist dabei nichts anderes als ein Messgerät, wie ein Thermometer, das nicht die Temperatur eines einzelnen Raums misst, sondern die Durchschnittstemperatur eines ganzen Gebäudes.
Wie wird ein Index berechnet?
Die meisten Indizes gewichten ihre Unternehmen nach ihrer Marktgröße
– also danach, wie viel ein Unternehmen insgesamt wert ist.
Das nennt man Marktkapitalisierung.
Große Unternehmen haben damit mehr Einfluss auf den Index als kleine.
Das bedeutet: Wenn sehr große Unternehmen steigen oder fallen,
bewegt sich der Index dadurch stärker.
Bekannte Indizes sind zum Beispiel:
- DAX → Die 40 größten deutschen Unternehmen
- ATX → Die 20 größten österreichischen Unternehmen
- S&P 500 → 500 große US-amerikanische Unternehmen
- MSCI World → ~ 1.500 große Unternehmen aus über 20 Industrieländern
- FTSE All-World → ~ 4.000 große Unternehmen aus der ganzen Welt
Ein Index zeigt also, wie sich ein bestimmter Markt insgesamt entwickelt.
Ist ein Index das gleiche wie ein ETF?
Nein. Ein Index und ein ETF sind nicht das Gleiche.
Hier der Unterschied:
- Index = zeigt nur an
- zeigt die Entwicklung eines Marktes
- ist eine Messung, keine Investition
- kann nicht gekauft werden
- ETF = investiert in den Index
- bildet den Index nach
- ein Finanzprodukt - investierbar
- kann gekauft werden
Was bedeutet das für mich als Anleger?
Wenn du Nachrichten liest und hörst „der DAX ist heute um 2% gefallen“ dann weißt du jetzt:
Das bedeutet, dass die 40 größten deutschen Unternehmen im Schnitt an Wert verloren haben.
Nicht jedes einzeln, aber in der Summe.
Als Anleger sind Indizes vor allem als Orientierung nützlich.
Du kannst nicht in einen Index investieren, aber du kannst in einen ETF investieren, der einen Index nachbildet.
Das ist der Grund, warum so viele Einsteiger von ETFs auf den MSCI World oder S&P 500 hören:
Sie wollen an der Entwicklung eines breiten Markts teilhaben – ohne selbst jede einzelne Aktie auswählen zu müssen.
Das Prinzip dahinter nennt man Diversifikation.
Je breiter ein Index, desto breiter die automatische Streuung.
Die wichtigsten Fragen einfach erklärt
Kann ein Index negativ werden?
Der Indexwert selbst kann nicht unter null fallen aber er kann stark sinken.
In großen Krisen wie 2008 oder 2020 haben viele Indizes kurzfristig 30–50% verloren.
Langfristig haben sie sich in der Vergangenheit erholt, aber das ist keine Garantie für die Zukunft.
Wer entscheidet, welche Unternehmen in einem Index sind?
Das entscheiden spezialisierte Anbieter wie zum Beispiel MSCI, S&P oder die Deutsche Börse.
Sie legen Regeln fest, nach denen Unternehmen aufgenommen oder entfernt werden.
Meist basierend auf Marktgröße, Handelbarkeit und Herkunftsland.
Was passiert, wenn ein Unternehmen aus einem Index entfernt wird?
Dann wird es durch ein anderes Unternehmen ersetzt, das die Kriterien des Index besser erfüllt.
Für Anleger passiert dabei normalerweise nichts aktiv – der Index wird einfach angepasst.
Warum gibt es verschiedene Indizes?
Kein Index kann alle Unternehmen der Welt enthalten. Deshalb gibt es unterschiedliche Indizes mit verschiedenen Schwerpunkten. Manche bilden nur ein Land ab, andere eine bestimmte Branche oder einen großen Teil der Weltwirtschaft.
Wichtig zu wissen:
Diese Seite soll helfen, Finanzthemen besser zu verstehen.
Sie ersetzt keine persönliche Anlageberatung und gibt
keine individuellen Empfehlungen
für bestimmte Produkte, Wertpapiere oder Broker.
Stattdessen sollen dir alle Inhalte helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen,
damit du deine eigenen, informierten Entscheidungen treffen kannst.
