Orderarten beim Investieren einfach erklärt
Wenn du eine Aktie oder einen ETF kaufen möchtest, gibst du deinem Broker einen Auftrag – eine sogenannte Order.
Dabei kannst du selbst bestimmen, unter welchen Bedingungen der Kauf stattfinden soll:
sofort zum aktuellen Preis, oder erst wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird.
Für Einsteiger sind vor allem zwei Orderarten relevant.
Eine dritte – die Stop-Loss-Order – ist ebenfalls verbreitet und wird hier erklärt, damit du weißt was sie macht.
1. Market Order – Sofortkauf zum aktuellen Marktpreis
Eine Market Order bedeutet: Kaufe jetzt, zum nächsten verfügbaren Marktpreis.
Der Broker führt den Auftrag so schnell wie möglich aus,
sobald ein passender Verkäufer gefunden wird.
Beispiel: Ein ETF steht bei 100€. Du gibst eine Market Order auf.
Die Ausführung erfolgt zum nächsten Marktpreis – das können 99,90€ oder 100,10€ sein, je nach aktueller Marktlage. Bei liquiden, viel gehandelten ETFs ist die Differenz in der Regel gering.
- Vorteil: Schnell und unkompliziert - Ausführung fast sofort
- Nachteil: Kein garantierter Einstiegspreis
- Typisch bei: Häufig gehandelten Wertpapieren während der Börsenhandelszeiten
2. Limit Order – Preis selbst bestimmen
Bei einer Limit Order gibst du einen maximalen Kaufpreis vor – dein sogenanntes Limit.
Der Kauf findet nur statt, wenn der Kurs diesen Preis erreicht oder unterschreitet.
Bleibt der Kurs darüber, wird die Order nicht ausgeführt.
Beispiel: Ein ETF steht bei 100€. Du setzt ein Limit bei 90€.
Der Kauf wird nur ausgeführt, wenn der Kurs auf 90€ oder darunter fällt.
Passiert das nicht, bleibt die Order offen bis du sie manuell stornierst oder sie abläuft.
- Vorteil: Du zahlst nie mehr als dein vorgegebenes Limit
- Nachteil: Kauf ist nicht garantiert, der Kurs muss dein Limit erst erreichen
- Typisch bei: Wenig gehandelten Wertpapieren oder wenn dir ein bestimmter Einstiegspreis wichtig ist
3. Stop-Loss Order -
Automatischer Verkauf bei Kursunterschreitung
Eine Stop-Loss Order ist eine automatische Verkaufsorder:
Du legst eine Kursgrenze fest, bei deren Unterschreitung dein Wertpapier automatisch verkauft wird.
Wie es funktioniert:
Du hältst einen ETF, der Kurs steht bei 100€.
Du setzt eine Stop-Loss Order bei 80€. Fällt der Kurs auf 80€ oder darunter, wird automatisch
ein Verkaufsauftrag ausgelöst zum nächsten verfügbaren Preis.
Was dabei passiert:
Der Verkauf findet statt und der Verlust wird realisiert.
Erholt sich der Markt danach, bist du nicht mehr dabei.
Das Corona-Crash-Beispiel aus 2020 zeigt das gut:
Wer bei −20% automatisch verkauft hat, hat den Absturz vermieden
aber auch die schnelle Erholung danach verpasst und den Verlust festgeschrieben.
Das bedeutet nicht, dass Stop-Loss Orders grundsätzlich falsch oder richtig sind, sie haben je nach Situation und persönlicher Strategie unterschiedliche Auswirkungen.
Wer sie einsetzen möchte, sollte sich vorher gut informieren.
- Vorteil: Automatischer Verkauf bei Unterschreitung einer Preisgrenze
-
Nachteil: Verlust wird beim Auslösen realisiert
- mögliche Erholung wird verpasst - Hinweis: Ob und wie diese Order eingesetzt wird, hängt von der individuellen Strategie ab
Orders bei Sparplänen
Wenn du einen ETF-Sparplan nutzt, brauchst du dich um Orderarten meist gar nicht zu kümmern. Der Broker kauft zu einem festgelegten Zeitpunkt automatisch.
Du legst einmal fest wie viel und in welchen ETF investiert wird, den Rest erledigt der Broker.
Für viele Einsteiger ist das angenehm unkompliziert:
Der Sparplan läuft automatisch, ohne dass man sich ständig Gedanken über den richtigen Kaufzeitpunkt oder die Wahl zwischen Market Order und Limit Order machen muss.
Die wichtigsten Fragen einfach erklärt
Wie lange ist eine Order gültig?
Besonders bei Limit Orders stellt sich die Frage: Was passiert, wenn der Kurs mein Limit nicht erreicht?
Dafür gibt es verschiedene Gültigkeitsoptionen die die meisten Broker anbieten:
Tagesorder: Die Order gilt nur für den aktuellen Handelstag. Wird sie nicht ausgeführt, verfällt sie automatisch am Abend.
GTC (Good till Cancelled): Die Order bleibt aktiv bis du sie manuell stornierst oder bis ein vom Broker
festgelegtes Maximaldatum erreicht wird.
Welche Optionen genau verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Broker ab – ein Blick in die Details des Anbieters lohnt sich hier.
Was kostet eine Order?
Das hängt vom Broker ab. Manche berechnen eine Flatgebühr pro Order (z.B. 1€), andere einen prozentualen Anteil vom Volumen, und manche bieten bestimmte ETF-Käufe kostenlos an. Mehr dazu auf der Seite zu Kosten und Gebühren.
Kann eine Order auch scheitern?
Ja – besonders Limit Orders. Wenn der Kurs dein Limit nie erreicht, wird nichts gekauft. Eine Market Order kann in sehr seltenen Fällen ebenfalls fehlschlagen, zum Beispiel wenn ein Wertpapier gerade nicht gehandelt wird.
Muss ich als ETF-Sparer Orderarten kennen?
Nicht zwingend. Wer einen Sparplan nutzt, muss sich damit in der Regel nicht beschäftigen.
Das Wissen ist trotzdem nützlich zum Beispiel wenn du einmalig einen größeren Betrag investieren möchtest.
Das Wichtigste auf einen Blick
Orders klingen zunächst technischer, als sie tatsächlich sind.
Sobald man verstanden hat, wie Market Order und Limit Order funktionieren, verliert das Thema schnell seinen Schrecken.
Für viele Anleger spielen Orderarten im Alltag später sogar nur noch eine kleine Rolle.
Wichtig zu wissen:
Diese Seite soll helfen, Finanzthemen besser zu verstehen.
Sie ersetzt keine persönliche Anlageberatung und gibt
keine individuellen Empfehlungen
für bestimmte Produkte, Wertpapiere oder Broker.
Stattdessen sollen dir alle Inhalte helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen,
damit du deine eigenen, informierten Entscheidungen treffen kannst.
